Liebe Gäste des Gsellig Pubs, geschätzte Freunde des Glattfelder Bieres
Vor knapp drei Jahren haben wir als «Gsellig Bräu AG» die damalige «Glattfelder Privatbrauerei» übernommen. Seit August 2024 betreiben wir zusätzlich im Gasthaus Löwen das «Gsellig Pub». Die vergangenen Monate waren für uns finanziell schwierig. Einerseits haben sich die Gästezahlen im Pub nicht wie erhofft entwickelt, andererseits bereiten uns die hohen Kosten im Gasthaus Löwen grosse Sorgen. Die Brauerei läuft zwar nahe an der Kapazitätsgrenze, aber fehlende Effizienz im Betrieb und sinkende Durchschnittserlöse beim Bierverkauf führen auch dort zu einer anspruchsvollen finanziellen Situation.
Wir haben uns gefragt, was die Gründe sein könnten für das tiefe Interesse an unseren Angeboten. Einige der Faktoren sind von uns nicht beeinflussbar, beispielsweise der generell sinkende Bierkonsum oder der Trend, den Abend lieber zuhause vor dem Fernseher als in einem Lokal zu verbringen.
Aus vielen Gesprächen mit Gästen haben wir aber auch herausgehört, dass unser Entscheid, unsere eigene Biermarke «Gsellig» in den Vordergrund zu stellen, auch drei Jahre nach der Übernahme der Glattfelder Privatbrauerei nicht von allen potenziellen Gästen verstanden wird. Es sei ein wesentliches Stück Identität damit verloren gegangen. Dies, obwohl wir nach wie vor die beiden Sorten «Glattfelder Hell» und «Glattfelder Dunkel» nach dem Originalrezept brauen. Es wird auch immer wieder erwähnt, dass die beiden Biere nicht mehr so schmecken, wie zu Zeiten des Gründers Adi Rösti. Ich kann zwar nicht das Gegenteil beweisen, aber es gibt auch keine rationale Begründung für diese Aussage.
Was auch immer die entscheidenden Gründe sein mögen, werden wir wohl nie wirklich herausfinden. Es ist aber ein Fakt, dass wir aus betriebswirtschaftlicher Sicht den Betrieb von Brauerei und Pub einstellen müssten. Wir werden aber nicht so schnell aufgeben! Um das Überleben in den nächsten Monaten sicherzustellen, sehen wir uns aber gezwungen, an jedem erdenklichen Rad zu drehen, welches sich in unserem Einflussbereich befindet. Wir sind daran, die Einkäufe zu optimieren, den Betrieb effizienter zu gestalten und die fixen Kosten zu senken. Da die Personalkosten einen wesentlichen Teil ausmachen, sind wir auch gezwungen, unsere Präsenzzeiten zu reduzieren. Wir können es uns schlicht nicht leisten, Löhne für acht Stunden Arbeit zu bezahlen, wenn dann nur eine Handvoll Stangen Bier über den Tresen gehen.
Auf der Ertragsseite können wir nicht einfach mehr Bier verkaufen, da wie oben geschrieben die Kapazitätsgrenze der Brauerei schon beinahe erreicht ist. Aber wir werden versuchen, unser Bier möglichst nur den Kunden zu verkaufen, die auch bereit sind, einen wirtschaftlich sinnvollen Preis zu bezahlen. Oder anders gesagt: Förderung des Direktverkaufs, möglichst wenig Verkauf über Zwischenhändler.
Als Gäste und Kunden werden die folgenden Massnahmen für Euch spürbar sein:
- Winteröffnungszeiten ab 1. Nov 25
Donnerstag 19 bis 23h
Freitag 18 bis 24h
Samstag 16 bis 24h (unverändert)
Wir behalten uns vor, am Donnerstag ganz zu schliessen, wenn das Interesse der Gäste ausbleibt. - Vermehrter Fokus auf die Durchführung von Events (Geburtstage, Familienfeiern, Betriebsfeste etc.). Dies wird hin und wieder zu Abenden mit geschlossener Gesellschaft führen. Zum ersten Mal bereits in naher Zukunft: am kommenden Samstag, 8.11.25 bleibt das Pub für das Publikum geschlossen.
- Sanfte Umgestaltung des Pubs und des gesamten Auftrittes hin zu mehr Fokus auf das Glattfelder Hirschlogo. Allerdings wird das wenig beliebte «Gsellig» nicht ganz verschwinden, weil wir uns das schlicht nicht leisten können.
- Anpassungen beim Rampenverkauf
Wir verkaufen kaum mehr Bier «über d’Gass», dafür hat sich der Umsatz beim Coop spürbar erhöht. Coop ist ein grosser, aber unattraktiver Kunde für uns. Beinahe die ganze Marge bleibt beim Detailhändler. Für uns wäre es aber sehr wichtig, möglichst viel Bier direkt aus der Brauerei an den Endkunden zu bringen. Um Euch den Gang zur Brauerei resp. den Griff zum Telefon oder in die Tastatur für eine Direktbestellung zu versüssen, haben wir uns entschieden, die Preise für den Direktverkauf anzupassen.
Ab sofort gelten folgende Preise:
1 Flasche à 33cl CHF 2.70 für alle Standardbiere
1 Flasche à 33cl CHF 3.20 für Spezialbiere (IPA, Hirschbock)
In der Umgebung von Glattfelden liefern wir das Bier kostenlos aus. Während der Öffnungszeiten des Pubs kann das Bier auch direkt an der Theke bestellt und mitgenommen werden. Wir bitten dabei um Verständnis für kürzere Wartezeiten, falls einmal die anderen Gäste gerade grossen Durst haben. Die Preise für Gastronomie und Vereine ändern sich nicht. Wir überlegen uns, ob wir wieder regelmässige Brauerei-Öffnungszeiten nur für Rampenverkauf anbieten werden, aber wohl eher erst ab kommendem Frühling. - Einführung eines neuen Bieres
Ab Mitte November werden wir Euch ein neues Bier anbieten können. Das saisonale Maibock, basierend auf einem Rezept von Adi Rösti, wurde in etwas leichterer Form neu gebraut und ist bald fertig ausgereift. Ihr werdet das «Hirschbock» getaufte Bier im Pub direkt ab Zapfhahn degustieren können und es wird auch – auf vielfachen Hinweis beim Maibock im vergangenen Frühling – in 33cl Flaschen zu kaufen sein.
Wir hoffen sehr, dass die Wirkung aller Massnahmen zusammen eine Zukunft für die Brauerei und das Pub sichern wird. Dafür sind wir auf Eure Unterstützung angewiesen. Besucht uns im Pub, geniesst unser Bier – zuhause oder im Pub – und unsere einfachen, aber feinen Gerichte!
Wir sind immer an sachlicher Kritik interessiert und werden uns bemühen, Wünsche von Euch Gästen möglichst zu berücksichtigen.
Herzliche, bierige Grüsse und hoffentlich bis bald im «Gsellig Pub»
Familie Nina und Andy Umiker